Im Turnier misst die Schachuhr die Bedenkzeit jedes Spielers: Gedrückt wird sie mit der Hand, die den Zug ausgeführt hat, und wessen Zeit abgelaufen ist, verliert die Partie, außer der Gegner kann nicht mehr mattsetzen. Bei FIDE-Bewerben spielt man mit zugelassenen elektronischen Uhren, zum Beispiel der DGT 3000.
Schachuhr, Turnieruhr, Zeitmesser oder Timer: Die Wörter wechseln, der Gegenstand bleibt derselbe. Zwei gekoppelte Zifferblätter, von denen stets nur eines läuft; jeder Spieler stoppt seines, indem er nach dem Zug auf seinen Knopf drückt. Hinter dieser einfachen Geste sehen die FIDE-Schachregeln viele Fälle vor: wo die Uhr steht, was bei einem Ausfall zu tun ist, wann ein Zeitverlust zum Remis wird. Hier steht, was man wissen sollte, bevor man spielt oder leitet.
Die Regeln der Schachuhr im Turnier
- Nach jedem Zug stoppt man seine Uhr, wodurch die des Gegners startet (Artikel 6.2.1). Bei regelwidrigen Zügen gilt ein Zug im Übrigen erst als vollendet, wenn die Uhr gedrückt wurde.
- Man drückt mit der Hand, die gezogen hat (Artikel 6.2): Man darf nicht mit der rechten Hand ziehen und mit der linken drücken, um den Bruchteil einer Sekunde zu gewinnen.
- Den Standort der Uhr legt der Schiedsrichter fest, und zwar vor der Partie (Artikel 6.5). Üblicherweise steht sie bei Einzelturnieren rechts vom Spieler mit Schwarz.
- Weiß startet die Uhr auf Zeichen des Schiedsrichters. Fehlt ein Spieler, läuft seine Zeit; nach Ablauf der in der Turnierordnung vorgesehenen Karenzzeit verliert er die Partie. Ohne Angabe beträgt diese Frist null: Man muss bei Rundenbeginn am Brett sitzen (Artikel 6.7).
- Die Hand auf der Uhr liegen zu lassen ist verboten, ebenso sie zu betätigen, ohne gezogen zu haben: Drücken ohne Ziehen wird wie ein regelwidriger Zug behandelt.
Was geschieht, wenn das Blättchen fällt?
Fallen des Blättchens: die Zeit eines Spielers ist abgelaufen. An einer mechanischen Uhr fällt ein kleines rotes Blättchen; an einer elektronischen Uhr erscheint ein Symbol. Das Blättchen gilt als gefallen, wenn der Schiedsrichter es feststellt oder ein Spieler es gültig reklamiert.
Fällt das Blättchen eines Spielers, bevor er die vorgesehene Zugzahl vollendet hat, verliert er die Partie (Artikel 6.9). Eine wichtige Ausnahme gibt es: Die Partie ist remis, wenn der Gegner durch keine Folge regelgerechter Züge mattsetzen kann, etwa wenn ihm nur der König bleibt oder König und Läufer. Der Schiedsrichter muss daher die Stellung ansehen, bevor er die Partie für verloren erklärt. Wurde ein Ergebnis (Matt, Patt, Einigung) erzielt, ehe das Fallen des Blättchens bemerkt wurde, bleibt dieses Ergebnis bestehen.
In der klassischen Partie meldet der Schiedsrichter das Fallen des Blättchens, sobald er es sieht. Im Schnellschach und Blitz, wo der Schiedsrichter nicht jede Partie laufend beobachtet, kann der Spieler selbst einen Gewinn auf Zeit reklamieren: Er stoppt die Uhr und verständigt den Schiedsrichter, der das Fallen ebenfalls meldet, sobald er es bemerkt.
Ausfall, falsche Einstellung und Unterbrechung
Eine Uhr kann ausfallen oder falsch eingestellt sein. Die Schachregeln legen fest, dass jede Anzeige der Uhr mangels eines offensichtlichen Defekts als ordnungsgemäß gilt; ist ein Defekt offenkundig, ersetzt der Schiedsrichter die Uhr und bestimmt die Zeiten nach bestem Ermessen (Artikel 6.10). Ein Spieler darf die Uhr nur anhalten, um die Hilfe des Schiedsrichters zu erbitten, etwa wenn eine Umwandlung stattgefunden hat und die gewünschte Figur fehlt, oder bei einer Unregelmäßigkeit oder Störung. Ein Anhalten ohne triftigen Grund wird bestraft (Artikel 6.11). Auch deshalb ist es in der klassischen Partie nützlich, das Partieformular aktuell zu halten: Es erlaubt, die Zahl der gespielten Züge zu rekonstruieren.
Elektronische oder mechanische Uhr?
| Elektronisch | Mechanisch | |
|---|---|---|
| Zeitbonus (Fischer-Bedenkzeit) | Ja | Nein |
| Bedenkzeiten mit mehreren Phasen | Ja, bei neueren Modellen | Nur mit manueller Einstellung durch den Schiedsrichter |
| Anzeige | Genaue Zeit, in Sekunden | Zeiger und Blättchen |
| Einsatz bei FIDE-Wettbewerben | Von der FIDE zugelassene Modelle | Beschränkt auf Bedenkzeiten ohne Zeitbonus |
| Vorzug | Genauigkeit, Vielseitigkeit | Keine Batterien, Ästhetik, Sammlerstück |
Eine mechanische Uhr, ob aus Holz oder Kunststoff, kann nicht bei jedem Zug Zeit gutschreiben: Sie taugt nur für Bedenkzeiten ohne Zeitbonus. Darum werden homologierte Turniere fast durchwegs mit der elektronischen Uhr gespielt. Holzuhren und Vintage-Modelle haben dennoch ihren Platz im Verein, zu Hause und bei Sammlern, für Freundschaftspartien oder Blitz ohne Zeitbonus.
Die zugelassenen Modelle: DGT 3000 und DGT 2010
Die FIDE veröffentlicht in ihrem Handbook Normen für Schachmaterial und eine Liste zertifizierter Ausrüstung. Zwei Uhren des niederländischen Herstellers DGT sind aus den Turniersälen nicht wegzudenken:
Steckbrief: DGT 3000 (Herstellerangaben)
- Status
- Von der FIDE zugelassene Uhr
- Modi
- 24 vorprogrammierte Einstellungen und 5 frei belegbare Speicher; Fischer-Zeitbonus, Bronstein-Verzögerung, US-Verzögerung
- Phasen
- Unterstützt Bedenkzeiten mit mehreren Phasen
- Anzeige
- Großes Display von 35 × 130 mm, Sekunden von Beginn an angezeigt
- Stromversorgung
- Zwei AA-Batterien zu 1,5 V
- Garantie
- 5 Jahre (Hersteller)
- Anschluss
- Kompatibel mit den elektronischen DGT-Schachbrettern für die Übertragung
Die DGT 2010, ihre Vorgängerin, ist in den Vereinen nach wie vor sehr verbreitet: Der Hersteller präsentiert sie als offizielle Uhr der FIDE, regelkonform nach den Vorgaben des Weltverbands, mit Fischer- und Bronstein-Modus. Die großen übertragenen Turniere setzen die DGT 3000 ein, verbunden mit elektronischen Brettern, die die Züge live ins Internet senden.
Eine DGT 3000 auf Fischer-Bedenkzeit einstellen
Das Prinzip: Man wählt eine der vorprogrammierten Fischer-Optionen (zum Beispiel 3 Minuten + 2 Sekunden pro Zug für Blitz oder 1 Std. 30 Min. + 30 Sekunden pro Zug für eine klassische Partie) oder legt einen eigenen Speicherplatz für eine Bedenkzeit mit zwei Phasen an und kontrolliert vor der Runde beide Anzeigen. Die genaue Tastenfolge steht in der Anleitung des Herstellers; bei einem Turnier stellt der Schiedsrichter die Uhren vor der ersten Runde ein oder überprüft sie, und das gehört zu den zeitaufwendigsten Posten beim Aufbau.
Eine Uhr verwenden und auswählen
Für den Einstieg in die Schachuhr bietet Le Palais des Échecs eine Bedienungsanleitung der Schachuhr: Start, Einstellung, Handgriffe in der Partie. Wer sich ausrüsten will, als Spieler oder Verein, findet dort Schachuhren für den Wettkampf, elektronisch oder mechanisch. Ein Verein, der ein Turnier vorbereitet, muss eine Uhr pro Brett einplanen, dazu einige Reserveuhren: Die Seite Ein Schachturnier organisieren erläutert die Materialliste.
Uhr und Bedenkzeiten
Die Uhr dient vor allem dazu, die in der Turnierordnung angekündigte Bedenkzeit umzusetzen: Blitz, Schnellschach oder klassische Partie, mit oder ohne Zeitbonus. Die Definitionen der FIDE und die 60-Züge-Regel erklärt die Seite Bedenkzeiten im Schach. Bei einem Uhrenausfall, einem Einstellungsfehler oder Streit um die Zeit korrigiert der Schiedsrichter die Einstellung anhand der verfügbaren Informationen: siehe Schiedsrichter und Turnierregeln.
Häufig gestellte Fragen
Was geschieht, wenn im Schach das Blättchen fällt?
Der Spieler, dessen Zeit abgelaufen ist, verliert die Partie, außer sein Gegner kann durch keine Folge regelgerechter Züge mattsetzen: Dann ist die Partie remis. Wurde vor dem Bemerken des Fallens des Blättchens ein Matt, ein Patt oder eine Einigung erreicht, bleibt dieses Ergebnis bestehen.
Wie stellt man eine DGT 3000 auf Fischer-Bedenkzeit ein?
Man wählt eine der vorprogrammierten Fischer-Bedenkzeiten (zum Beispiel 3 Min. + 2 Sek. oder 1 Std. 30 Min. + 30 Sek. pro Zug) oder legt einen eigenen Speicherplatz an und kontrolliert vor der Partie die Anzeige auf beiden Seiten. Die genaue Tastenfolge steht in der Anleitung des Herstellers.
Mit welcher Hand drückt man die Schachuhr?
Mit der Hand, die den Zug ausgeführt hat, nach Artikel 6.2 der FIDE-Schachregeln. Es ist nicht erlaubt, mit einer Hand zu ziehen und mit der anderen zu drücken.
Kann man ein Turnier mit einer mechanischen Uhr spielen?
Nur bei einer Bedenkzeit ohne Zeitbonus, denn eine mechanische Uhr kann nicht mit jedem Zug Zeit gutschreiben. Die meisten homologierten Turniere arbeiten mit Zeitbonus und daher mit elektronischen Uhren.
Wer die Uhr beherrscht, verschenkt keine Zeit und keine halben Punkte: Ein ruhiger Handgriff nach jedem Zug und ein Blick auf die Anzeige gehören zum Turnierschach wie der Zug selbst.